Verfasst von: Dennis | 25. August 2008

Tag 56: Mit dem Zug von Beyneu, Kasachstan nach Kungrad, Usbekistan

Nach 8 Stunden Höllentrip kommen wir in Beyneu an und sind froh daß wir es überstanden haben. Doch hier geht es erst richtig los. Da bereits seit der Ukraine das Prinzip des Schlangestehens weitgehend unbekannt ist und sich dieses in Kasachstan noch weiter verstärkte wird der Kauf der Tickets nach Usbekistan zum Spießrutenlauf. Zuerst hänge ich über eine Stunde in einer Schlange, nein besser Pulk von drängelnden teilweise fast raufenden Menschen die keine Scheu haben ihre schwitzenden Körper an einen zu pressen weil man ja so dem Ticketschalter wieder 2cm näher kommt.. Teilweise fällt das Atmen schwer weil der Druck von allen Seiten zunimmt, wann immer jemand vom Schalter weg- und gleichzeitig alle Anderen zu selbigem hin drängen. Nach über einer Stunde bin ich tatsächlich dran und reiche der Schalterdame unsere Pässe. Sie versucht dreimal den Namen Emrich korrekt einzugeben, was wohl irgendwie aufgrund Ihrer russischen Tastaturbelegung schwer fällt, bisher aber nie jemanden abgehalten hat. Selbst Fährtickets mit bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten Versionen von Emrich, Rückert als Vorname und so weiter waren schon dabei gewesen. Doch hier ist Schluss. Sie schafft es nicht. Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen. Von Serviceorientierung hat hier bei der Bahn eh noch nie einer was gehört. Also gibt sie mit die Pässen und die 3000 Tenge zurück obwohl ich das Wechselgeld von 600 ja auch längst eingesteckt hatte. Wie gesagt: Doof bleibt doof. Doof ist aber auch, daß wir jetzt ohne Tickets dastehen. Da hier nieman mehr als 3 Worte Englisch oder gar Deutsch spricht bleibt das auch so. Wir beschließen also es auf die ortsübliche Weise zu machen und mit dem Schaffner direkt zu sprechen. Der läßt uns auch tatsächlich an Bord und kommt dann aber später vorbei um statt den 1200 pro Person 2000 zu kassieren. Wir haben insgesamt noch 3400 und da der Zug schon fährt, muss er sich im Endeffekt damit zufrieden geben. Fertig aus. Der Rest des Tages verläuft halbwegs unspektakulär. Der Zug ist nur zu ca 110% gefüllt und das gibt uns vergleichsweise viel Platz um die 10-stündige Fahrt zu ertragen. Leicht nervig sind die Verkäuferinnen die den Gang auf und ab rennen und zwar weniger aufdringlich als in Thailand, dafür aber in sehr viel größerer Zahl lautstark ihre Waren anpreisen. Zusammen mit Rauchern und Toilettengängern kamen Sie bei einer Zählung meinerseits auf ca. 200 an mir vorbei laufenden Personen in einer Viertelstunde. Das ist schon ganz ordentlich. Nach der Grenze verschaffen wir uns bei einem der Schwarzmarkt-Geldwechsler die ebenfalls durch den Zug kommen unsere ersten Usbekischen Sum. Das ist vielleicht ein Gefühl! Der größte Schein ist der 1000er jedoch sind auch 500er als Bezahlung für große Summen durchaus gängig. Einziger Nachteil: der 1000er ist 0,50EUR, der 500er 0,25EUR wert. Der Umtausch unserer 50US$ Note resultiert also in ca 67000 sum was in 500er Scheinen ein Stapel von knapp 3 cm Höhe ergibt. Da muss jedes Portmonaie aufgeben und daher sind hier Gummibänder auch weitaus üblicher. Unsere ersten Einkäufe im Zug Umfassen 0,5l Kamelmilch und etwas Eistee. Gegen 17.30 Uhr kommen wir pünktlich in Kungrad an und organisieren uns sofort eine Übernachtungsmöglichkeit im Bahnhofshostel für sagenhafte 1800sum pro Person. (das sind ca.0,90EUR). Wir gehen früh ins Bett und schlafen wie zwei Steine.

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