Verfasst von: Dennis | 18. August 2008

Tag 43 bis 49: Baku, Aserbaidschan

Prioritätenliste: Internetcafé finden, Prepaidhandykarte kaufen, HC-Host finden, Visa für Usbekistan und Kasachstan organisieren, Faehre nehmen. Klingt einfach, zieht sich aber ungemein hin. Das Internetcafé, Handy und Host für 4 Tage sind schnell gefunden. Noch am ersten Tag. Beim Lesen der Nachrichten aus Georgien wird uns ganz schlecht, es war definitiv die richtige Entscheidung, zu fahren. Wir sind eh schon durch die zweitägige Reise nach Baku ziemlich k.o., aber das gibt uns nochmal den Rest. Wir leiden förmlich mit den Georgiern mit, denn auch wenn wir nur kurz dort waren: Es ist so ein schönes Land, mit so tollen Menschen, die das alles nun wirklich nicht verdient haben. Die Armutsgrenze ist eh schon sehr hoch und wurde gerade langsam etwas besser, und dann sind ein paar Tage Krieg, und alles ist noch schlechter als vorher. Das ist nicht fair. Wir hoffen, dass sich schnell eine Lösung findet, mit der alle zufrieden sind und dass es der Bevölkerung von Georgien schnell wieder besser geht. Wir sind jedoch erstmal ziemlich durch den Wind, haben aber wie gesagt nicht wirklich Zeit, um uns zu erholen, da wir uns ja noch um unsere Visaangelegenheiten kümmern müssen.
Bei den Visa wird es dann schon zeitintensiver, die brauchen ein paar Tage. Nachdem wir diese haben, beginnt das warten auf die Fähre. Und die das wird zum nerven zerfetzenden Wartemarathon. Es gibt nämlich keinen Fahrplan. Auch da Finden des „hervorragend gekennzeichneten“ Büros ist eine Aufgabe für sich. Man muss jeden morgen um 10.00h anrufen oder am Besten gleich vorbei kommen, und auf Russisch die Worte „morgen“ und „heute“ können. Aber auch wenn es um 10.00h morgens hieß, dass die Fähre erst morgen kommt, sollte man lieber nochmal nachmittags anrufen, vielleicht kam sie ja doch in der Zwischenzeit und fuhr wieder am Abend, und dann würde das ganze Spielchen wieder von neuem beginnen. Das wirklich nervige an der Geschichte ist, dass man so ortsgebunden ist und ständig diese Angst hat, die Fähre zu verpassen. Zudem gibt es auch Berichte von anderen Travellern, die teilweise 11 Tage auf die Fähre gewartet haben. Und sooo schön ist Baku dann doch wieder nicht, um dort, sagen wir mal, den Jahresurlaub verbringen zu wollen. Und durch diese nervige Ungewissheit kann man auch nicht sagen, dass man die Zeit damit überbrückt, und sich den Rest von Aserbaidschan anschaut.
Nachdem es dann am Freitag schon „morgen“ geheißen hatte und auch am Samstag und Sonntag (6 Stunden warten vor dem Fährbüro brachten leider auch nicht viel), bekommen wir am Montag morgen die Tickets, und warten jetzt schon den 2. Tag im Hafen und nicht mehr im teuren, aber wenigstens klimatisierten Hotelzimmer, in welches wir am Sonntag Abend noch einmal zurückkehrten. Jedoch nun am Montag mit Ticket in der Hand und guter Hoffnung auf baldige Abfahrt wird der Tag etwas anstrengend. Wir sind um ca. 10.30 am Hafen. Wurde uns auch so gesagt. Die glühende Hitze wird den Tag über nicht besser. Gegen 21.00 Uhr formiert sich tatsächlich eine Schlange und es geht zum Zoll, und gegen 0.30 Uhr sind wir dann tatsächlich an Bord. Allerdings inzwischen so fertig, daß uns die 50US$ Bestechungsgeld für eine 2er Kabine vollkommen gerechtfertigt erscheinen, um uns aus der Gruppenunterkunft herauszulösen. Was sich im Nachhinein als eine super Idee erwies, da die Duschkabine für den gesamten Flur genau in dieser Kabine untergebracht ist.

In all diesen Anstrengungen dürfen jedoch die guten Seiten nicht zu kurz kommen:

1.Unser Host Murad, der uns für 4 Tage bei sich aufnahm, obwohl er die Hälfte der Zeit eigentlich schon ein Pärchen aus Weißrussland zu Gast hatte. Murad ist ein sehr netter Kerl, der uns in vielen Fragen weiter geholfen hat und mit dem wir die Abende gern in seiner Küche beim Tee gesessen haben.
2.Narmina: Eine andere HClerin, mit der wir uns nur so getroffen hatten, um mal durch die Stadt zu schlendern, die uns dann aber auch zu Ihrem Geburtstag am Sonntag auf Land einlud, was wir schweren Herzens ablehnen mussten, da wir ja auf die Fähre warten mussten. Mit ihr waren wir bis zur letzten Minute in SMS Kontakt und auch sie hat und ein ums andere Mal sehr geholfen.
3.Die vielen netten Menschen in Baku, die wir kennenlernen durften. Es ist leicht, mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Alle freuen sich, dass man ihr Land besucht, und nur bei denen mit denen man Geschäfte macht, muss man aufpassen 😉 . Hier wird man tatsächlich noch zu einer Tasse Tee eingeladen, ohne dass Hintergedanken da sind.

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