Verfasst von: Dennis | 10. August 2008

Tag 41: Flucht aus T’bilisi nach Aserbaidschan

Ein kurzer Check der Seite des Auswärtigen Amts ergibt, dass seit gestern Abend alle Deutschen aufgerufen sind, Georgien zu verlassen. Am Besten nach Armenien. Nach 2 Telefonaten mit der deutschen Botschaft wissen wir aber auch, dass Phillips gestrige Vorarbeit Früchte getragen hat, und man uns das gleiche Schreiben auch ausstellen wird. Wir fahren sofort hin und stehen 2 Stunden später mit dem gleichen Papier wie Phillip und Nancy vor der Botschaft von Aserbaidschan. Jetzt nur noch 120 EUR besorgen und dem Visum steht nix mehr im Weg. Ha! Versucht mal, am Sonntag (Banken zu) in einer Stadt, die inzwischen bemerkt, dass sich etwas zusammenbraut und es irgendwie für schlau hält, ihr Geld soweit irgendwie möglich in Euro anzulegen, an selbige heranzukommen. Puh! Nicht einfach! Nach über einer Stunde verzweifeltem Suchen nach einer Wechselstube, die noch Euro hat, habe ich (Dennis) endlich Glück. Die 16. Wechselstube hat das Ersehnte und ich nehme den Bus zurück zur Botschaft, da ich mich inzwischen schon wieder einige Kilometer von ihr entfernt habe. Ca 30 min aufs Visum warten ist kein Problem. Das Maschinengewehrfeuer, das wir von irgendwo aus dem Diplomatenviertel hören, dann schon etwas beunruhigender. Jedoch wohl eher ein Fall für Polizei als fürs Militär. Jedenfalls beruhigen sich die aus den Häusern schauenden Menschen und die auf der Straße umher laufenden Polizisten schnell wieder. Vielleicht ist jemand nervös geworden. Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass wir gern nach Aserbaidschan möchten und zwar schnell. Gegen 17.00 Uhr machen wir uns zu fünft auf den Weg zur Grenze: Phillip, Nancy, Markus (Ein Italiener der auch auf dem Weg Richtung Kasachstan ist) und wir. Der Grenzübertritt gestaltet sich aufgrund des Autos etwas langwierig aber nach 3 Stunden sind wir in Aserbaidschan. Die Musik ist gut, wir fühlen uns teilweise wie in einem Quentin Tarantino oder Fatic Akin Film.
Und immer noch diese surreale Stimmung, die Frage, ob das alles nicht total übertrieben ist, was wir machen oder doch genau das Richtige. Wir wissen es nicht. Die Frage haben wir auch der Frau der deutschen Botschaft in T’bilisi gestellt, und sie konnte uns auch nur sagen, dass die Lage sehr unübersichtlich ist und keiner weiß, wie sie sich entwickeln wird. Aber dass sie uns auch dringend rät, auszureisen, und dass wir Bescheid sagen sollen, wenn wir es geschafft haben, da wir jetzt namentlich auf einer Notfallevaluierungsliste stehen würden. Hmm, klar, die wollen so wenig Ärger wie möglich mit Deutschen, die sich weigern, zu gehen, und um die sie sich dann noch kümmern müssen. Aber das Gefühl, auf einer Notfallliste zu stehen, war kein Beruhigendes und gab uns doch nochmal das Gefühl, dass die Ausreise die richtige Entscheidung war.

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