Verfasst von: Dennis | 9. August 2008

Tag 40: In T’bilisi der Hauptstadt Georgiens

Da wir noch nicht wirklich wissen, was abgeht, beschließen wir erstmal, das Internet zu Rate zu ziehen und verbringen den halben Tag damit, uns widersprüchliche Berichte von verschiedenen Newsseiten durchzulesen. Alles scheint nicht ganz so wild und außerdem ist in T’bilisi überhaupt garnix zu spüren. Abgesehen von einer etwas bedrückten Stimmung bei den Georgiern, die Ihnen sonst wohl nicht attestiert wird. Aber wir sind neu hier und wollen nicht vorschnell urteilen. Als wir aus der Stadt zurück ins Hostel kommen, ist es fast leer. Niemand ist nach Kazbegi gefahren, was wohl auch keine sehr gute Idee gewesen wäre. Die meisten Gäste haben sich Richtung Armenien abgesetzt. Die verbleibenden, mit denen wir uns unterhalten, wollen es morgen tun oder haben den Tag auf der deutschen und der aserbaidschanischen Botschaft verbracht, um das Visa verfahren (normal 3 Tage) zu beschleunigen. Genau genommen waren das Phillip und Nancy, welche mit einem Nissan Terrano in die Mongolei unterwegs sind, und daher genauso wenig nach Armenien wollen wie wir, da sich Armenien mehr oder minder zur Sackgasse auswachsen könnte, wenn sich das mit Georgien und Russland ausweitet. Die Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan ist nämlich wegen des Karabach-Konflikts geschlossen. Als wir hören, daß die beiden tatsächlich am morgigen Sonntag ein Visum erhalten werden, beschließen wir, dies auch zu versuchen. Abends füllt sich das Hostel zudem wieder mit all den Leuten, die versucht haben, aus Georgien raus zukommen, und dies aus verschiedenen Gründen nicht geschafft haben. Da sind die, deren Flüge gestrichen wurden (übrigens wurden zu dem Zeitpunkt alle internationalen Flüge gestrichen), oder die, die mit dem Minibus in die Türkei wollten, und auf halber Strecke an einer Militärblockade gescheitert sind. Die Stimmung kippte zu diesem Zeitpunkt von nur „leicht bedrückt“ in langsam „recht ungemütlich bis bedrohlich“. Zudem erfahren wir, dass auch Gori, eine der Städte, durch die wir durchgefahren sind auf dem Weg nach T’bilisi, zerstört und von den Russen kontrolliert sein soll. Das trägt alles nicht zu unserer Beruhigung bei, trotzdem bleibt die Situation irgendwie unwirklich, denn in T’bilisi ist alles ruhig, man sitzt im Hostel zusammen und redet…eigentlich wie immer. Nur, dass sich natürlich alles um das eine Thema dreht, und unsere Herbergsmutter sehr bedrückt und geknickt ist. Insgesamt war es, rückblickend, sehr ruhig in T’bilisi, und sehr beklemmend, da wir die Stadt aber nicht anders kannten und selbst auch langsam etwas aufgeregter wurden, ist uns das zu diesem Zeitpunkt nicht aufgefallen.

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